Donnerstag, 19. Juli 2012

Mein 1. Tag glutenfrei - was nun?!

Viele von euch fragen sich, wie sie auf die Diagnose Glutenintolleranz reagieren sollen, welche Umstellungen damit verbunden sind und wie man die erste Zeit übersteht.

Ich möchte euch von meiner ersten Zeit nach der Diagnose berichten.


Schon länger hatte ich oft Magen- und Darmbeschwerden nach dem Essen - ein aufgeblähter Magen, Darmkrämpfe, etc. waren keine Ausnahme. Ich habe dem jedoch keine Bedeutung beigemessen. Für mich stand irgendwie immer fest, dass ich halt einen empfindlichen Magen habe oder zu gestresst bin. Ab einem gewissen Zeitpunkt entwickelte sich dazu unter einem meiner Augen eine Art Flechte, die wuchs und wuchs. Ich suchte schließlich zunächst eine Hautärztin auf, die mir Salben verschrieb und mir riet, doch an meiner Stressbelastung zu arbeiten, da dies die Ursache für die Flechte sei. Die Salben halfen jedoch nicht und derart gestresst fühlte ich mich auch nicht. Ich suchte sie ein zweites Mal auf, bei dem sie mir lediglich sagen konnte, dass sie mir nicht helfen könne, da ich zu gestresst sei.

Ich war enttäuscht und entschloss mich dazu, meinen alten Kinderarzt aufzusuchen, der neben der klassischen Medizin auch viel im Bereich der alternativen Medizin und Naturheilverfahren praktizierte. Ich erzählte ihm von meinen Magen-Darm-Problemen und der Flechte. Es folgten verschiedene Tests, an deren Ende schließlich die Diagnose Glutenintolleranz stand.

Ich verließ die Praxis und stieg ins Auto. Ich fing an zu weinen, da ich immer gehofft hatte, dass es diese Diagnose nicht sein würde und weil ich zu diesem Zeitpunkt überfordert mit den Konsequenzen für mich und meine Ernährung war.
Zu Hause öffnete ich alle Küchenschränke und fing an, auszuräumen. Anscheinend konnte ich so gut wie nichts mehr essen und ich bekam Angst, dass ich all die Lebensmittel, die ich so gern mochte, nie mehr wieder essen würde können. Darüber hinaus fiel mir zu diesem Zeitpunkt bereits auf, in wie vielen Lebensmitteln Weizen enthalten ist, wo man es überhaupt nicht vermuten würde (Ketchup???!!!).
Mein Freund ging schließlich mit mir einkaufen, nahm sich die Zeit, die ich in dieser Zeit in Supermärkten brauchte, um alle Etiketten zu lesen und unterstützte mich, wo er nur konnte. Überhaupt haben mich er, meine Familie und sämtliche Freunde und Kollegen sehr unterstützt und viel Verständnis gezeigt. Dafür bin ich sehr dankbar und für mich hat es die Umstellung sehr viel erträglicher gemacht. Ich bin allerdings auch von Anfang an offen mit meiner neuen Begleitung Glutenintolleranz umgegangen.

Ja, es war eine harte Zeit der Umstellung mit vielen Gelüsten und Tränen und Zukunftszweifeln. Aber ich habe es geschafft - mit viel Unterstützung, Willen und Disziplin.
Heute geht es mir sehr gut mit der Diagnose und der Diät. Sie ist Teil meines Lebens geworden, ohne mich dabei zu belasten.
Nicht zuletzt wegen der Tipps von anderen und der Unterstützung, die ich erfahren habe, schreiben wir diesen Blog, um euch mit Tipps und Tricks zu versorgen und eine Form der Unterstützung zu bieten.

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