Sonntag, 26. August 2012

Susanne berichtet von ihrer Diagnose der Glutenintoleranz

Hallo Zusammen,
Zu später Stunde erreicht uns der Bericht von Susanne über Ihre Erlebnisse mit der Glutenintoleranz.
Danke Susannen für deinen Beitrag!!!
Gute Nacht,
Jan :)

Meiner Diagnose im September 2009 ging eine sehr lange Zeit mit Beschwerden von Bauchschmerzen, -Krämpfen, Mangelerscheinungen bis hin zu diffusen Hautauschlägen voraus. Der Anlass für die gezielte Suche nach dem „was könnte es noch sein“ war eine reguläre Blutuntersuchung, bei der sich in meinem Blutbild ziemlich starke und wirre Abweichungen von der Norm zeigten. Meine Hausärztin überwies mich zum Hämatologen. Von dort bin ich dann weiter beim Gastroenterologen gelandet und hatte nach einigen Mühen dann endlich Gewissheit – allerdings eine Diagnose, die ich nicht haben wollte… Meine erste Reaktion war wie bei Anna wohl auch: erst mal weinen und den vielen leckeren Dingen nachtrauern, die ab nun tabu sein sollten.


Zum Glück traf ich einen Tag später auf einem Kongress eine Frau, die schon seit vielen Jahren mit Glutenintoleranz lebt. Sie hat mir am großen Abendbuffet geholfen, die unverfänglichen Speisen auszusuchen und wichtige Tipps gegeben. Die wichtigste Botschaft dieses Abends aber war: „Man kann damit sehr gut leben!“
Schon kurz nach der Diagnose habe ich mich bei der DZG angemeldet und direkt den Lebensmittelführer durchforstet. Das hat einige Tage gedauert, aber anschließend fühlte ich mich besser informiert und gewappnet für Supermarkt, Bioladen und Co. Im Supermarkt habe ich anfangs sehr lange gebraucht, um die Zutatenlisten gründlich zu scannen. Aber diese Zeit vergeht und man entwickelt ein schnelles „Glutenfallen-Auge“ in den Zutatenlisten.
Ganz wichtig ist bis heute die Unterstützung von meinem Freund, der von Anfang an sehr pingelig genau mit der Hygiene in unserem Haushalt war und bis heute auch die komplizierteren Dinge, wie zum Beispiel das obligatorische Zusatzmesser für Leberwurst oder Frischkäse, völlig problemlos mitmacht. Gerade im eigenen Zuhause finde ich es wichtig, dass man sich wohlfühlt und keine Sorgen haben muss, dass irgendwo Kontaminationen lauern.
Schwierig finde ich es bis heute, den ganzen Tag unterwegs zu sein und sich für diese Zeit voll zu verpflegen. Bürotage sind weniger ein Problem als Dienstreisen. Während die Kolleg(inn)en dann zum Italiener gehen oder schnell ein Brötchen beim Bäcker kaufen, kann ich mich nur mit meinem „Pausenbrot“ von zuhause dazusetzen. Das wird schon manchmal beäugt bzw. das Umfeld findet es schon teilweise anstrengend (das ist zumindest mein persönlicher Eindruck). Aber die meisten Menschen in meinem Umfeld, vor allem Familie und Freunde, nehmen sehr viel Rücksicht und backen auch schon mal extra glutenfreien Käsekuchen für mich. Das ist natürlich toll! Man spielt eben immer die „Extra-Wurst“, aber ich denke, es gibt weitaus schlimmere Schicksale.
Schön war es für mich vor allem, zu merken: ich kann jeden Abend ohne Bauchschmerzen oder andere fiese Dinge ins Bett gehen…!!! Das ist der größte Motivator und entschädigt auch für die ein oder andere Laugenstange, die ich nicht essen kann. Ich wünsche allen Neu-Diagnostizierten alles Gute für die Umstellung und vor allem gute Unterstützer/innen und Begleiter/innen an ihrer Seite. Und heute kann ich wirklich nur zustimmen: „Man kann damit sehr gut leben!“
So, das war mein Bericht, doch länger als geplant.
Beste Grüße aus dem Rheinland
Susanne

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