Mittwoch, 14. November 2012

Unsere Reaktion auf den NDR Beitrag


 Hallo Zusammen,

heute Morgen wurden wir von Ulrike auf den Beitrag im NDR (Markt) zum Thema "Zweifelhafter Erfolg glutenfreier Produkte" aufmerksam gemacht.
http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/lebensmittel/glutenfrei101.html
Diesen Beitrag kann ich so nicht stehen lassen.
Ich habe dem NDR in Kurzform im Forum, als auch per Mail an die Redaktion gesendet.
Ich bin gespannt auf die Reaktion...
Eure Meinung? Nutzt das Kommentarfeld!

Offener Brief an NDR Fernsehen:

Wertes NDR-Markt-Team,

mit Erschrecken haben wir den Beitrag über das Thema "zweifelhafter Erfolg glutenfreier Produkte" verfolgt, nachdem wir von einem unserer Follower auf Facebook auf den Beitrag aufmerksam gemacht wurden.


Wir selbst betreiben einen nichtkommerziellen (!) glutenfreien Blog für die Stadt Hamburg und Umgebung (www.glutenfrei-hamburg.de) und versuchen mit all unseren Mitteln Tipps, Örtlichkeiten (Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten) und Rezepte für den leichteren Umgang mit der Zöliakie zu geben.

In Ihrem Beitrag verhamlosen Sie meines Erachtens das Thema der Glutenintoleranz und werfen einen sehr negativ gefärbten Blick auf die Produkte.
In Ihrem Beitrag wird ganz außer Acht gelassen, dass Menschen, die an Zöliakie leiden, sehr glücklich und froh darüber sind, dass immer mehr Hersteller auch glutenfreie Produkte anbieten.

Bspw. waren wir total froh, dass in den Verbrauchermärkten der REWE-Gruppe nun eine große Auswahl glutenfreier Produkte gibt, die auch noch im finanziellen Rahmen bleiben. In der Vergangenheit war es häufig so, dass ein Zöliake-Leidender bei Spezialversendern online oder mit Glück im Reformhaus um die Ecke glutenfreie Produkte erwerben konnte und auch diese Produkte waren nie vergleichbar mit den handelsüblichen glutenhaltigen Produkten.
Die glutenfreie Produktion hat auch ihren Preis. Die Hersteller verkaufen die Produkte zu einem höheren Preis, weil die Produktionskosten eben auch entsprechend höher sind. Für eine glutenfreie Produktion von Lebensmitteln muss eine separate Produktionsstraße eingerichtet werden, damit die Produkte auch wirklich glutenfrei sind und so ausgewiesen werden können.
Viele Lebensmittel werden, wie Sie berichten, im ersten Anschein zu unrecht als glutenfrei ausgewiesen (Babynahrung), wenn Sie aber selbst an dieser Krankheit leiden, merken Sie schnell, dass Sie über jeden Hinweis froh sind, ob Gluten enthalten ist oder nicht. Denn leider stecken in vielen Produkten Inhaltsstoffe, die man als Otto-Normal-Verbraucher als glutenhaltig vermuten würde. Erst gestern bin ich auf der Suche nach einem glutenfreien Schoko-Pudding im Kühlregal verzweifelt - überall modifizierte Stärke (meist glutenhaltig) und erst nach gefühlten 10 Minuten vor dem Regal und der ausführlichen Studie sämtlicher Inhaltstoffe habe ich ein glutenfreies Produkt gefunden. Hier wäre ich froh über eine eindeutige Kennzeichnung EGAL auf welchem Lebensmittel. Es macht den Einkauf deutlicher angenehmer und sicherer für Zöliakie-Patienten.

Lassen Sie mich noch abschließend auf das Thema Modeerscheinung zurückkommen:
Es stimmt, teilweise, dass sich eine glutenfreie Ernährung als Modeerscheinung etabliert - zumindest außerhalb von Deutschland - schwören einige Hochglanz-Gossip-Magazine von der "gluten free diet". Doch dieser Trend ist in Deutschland so noch nicht erkennbar. Viel wichtiger wäre meines Erachtens der Hinweis, dass ein großes Blutbild zwar ein erstes Indiz geben kann, ob man eine Glutenunverträglichkeit hat, es sich endgültig aber nur durch eine Darm (nicht Magen) Spiegelung eindeutig nachweisen lässt, bzw. jeder Betroffene selbst auf den eigenen Körper hört - die Auswirkungen sind ganz unterschiedlich:
Bei meiner Freundin löst die Glutenaufnahme Übelkeit, Magenschmerzen, Ausschlag uvm. aus während sich meine Symptome hier in Grenzen halten.
Nur die Kombination aus Erstdiagnose, mgl. Darmspiegelung und eigenem Gefühl kann für jede Person selbst die Gewissheit bringen.

Liebes Markt-Team, bitte nutzen Sie die Chance und werfen Sie noch einen objektiveren Blick auf das Thema. Die dramatische Darstellung der glutenfreien Produkte wirft einen falschen Blick auf das Thema und Sie könnten mit einer anders aufgebauten Berichterstattung den leidenden Menschen im Norden helfen.

Besuchen Sie uns gern auf unseren Portalen
https://www.facebook.com/GlutenfreiinHamburg
http://www.glutenfrei-hamburg.de

Wir stehen Ihnen gern bei einem weitern Beitrag zur Seite!

Freundliche Grüße
Jan Kaeten

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