Donnerstag, 14. Februar 2013

Thema Gluten Sensitivity - Phantom oder Fakt?

Hallo Zusammen,

ich wurde kürzlich auf das Thema Gluten Sensivity aufmerksam gemacht, fand den Artikel interessant und möchte Euch ihn daher nicht vorenthalten. Somit ausnahmsweise mal ein redaktioneller Beitrag, aber lest selbst:

Hamburg 25. Januar 2013:
Gluten Sensitivity oder auch Glutensensitivität ist ein Thema, das aktuell viel diskutiert ist und nach Aufklärung verlangt. Vor allem in der Bevölkerung. Hier herrscht momentan eine Unwissenheit um Zöliakie, Weizenallergie und Glutensensitivität. Das bestätigt die repräsentative Studie, die Dr. Schär zusammen mit der GfK im Oktober 2012 durchgeführt hat: Ein Großteil der Befragten ziehen Gluten noch nicht als Ursache für Symptome wie Bauchschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Blähungen, Müdigkeit, Durchfall oder Konzentrationsstörungen in Betracht. Lediglich 8 Prozent aller Befragten vermuten Gluten als Auslöser. Anlass genug, zu einem Gespräch mit Experten nach Hamburg zuladen.

Die am häufigsten lebensmittelbedingte Unverträglichkeit weltweit
Im Eröffnungs-Vortrag von Prof. Dr. med. Wolfgang Holtmeier, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Diabetologie, Stoffwechselerkrankungen und Allgemeine Innere Medizin am Krankenhaus Porz am Rhein, Köln, gewährt Professor Holtmeier zu Gluten Sensitivity einen Blick in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in der Erforschung glutenbedingter Erkrankungen (gluten-related disorders). Gluten Sensitivity wurde von internationalen Medizinern anlässlich der Consensus Conference im Februar 2011 als eine neue klinische Entität ermittelt, von der nach Schätzungen eine vielfach höhere Anzahl von Menschen betroffen sind als von Zöliakie. Allein von Zöliakie wird die Prävalenz bei ein Prozent der Bevölkerung europäischer Herkunft, im Kindes- wie im Erwachsenenalter, geschätzt. Damit wäre diese Unverträglichkeit eine der häufigsten lebensmittelbedingten Unverträglichkeiten weltweit. „In Deutschland sind bis zu ein Prozent der Bevölkerung betroffen“, sagt Professor Holtmeier. „Auf einen diagnostizierten Patienten kommen sieben bis zehn nicht erkannte Zöliakiepatienten.“

Eine spezifische Diagnostik zur Identifizierung von Glutensensitivität gibt es, laut Professor Holtmeier, bislang nicht. Eine Herausforderung, die Wissenschaftler und praktizierende Ärzte weiter forschen lässt. Doch so viel steht fest: Lassen sich Allergie- als auch Autoimmunmechanismen ausschließen, wie sie bei einer Weizenallergie oder einer Zöliakie auftreten, und verschwinden bzw. verringern sich die Symptome bei einer glutenfreien Diät, kann man von einer Glutensensitivität ausgehen. Für die Diagnose bedeutet dies folglich, dass es sich um eine Ausschlussdiagnose handelt. Die Behandlung ist wie bei einer Zöliakie eine strikte glutenfreie Diät.

An diesem Punkt scheiden sich zur Zeit Wissenschaft und Praxis. Eine Sorge, die den renommierten Gastroenterologen Holtmeier in seiner Arbeit voran treibt: „Wenn ein Patient etwa über Müdigkeit oder Bewegungsstörungen klagt, zu wenig Eisen hat oder unter Gelenkproblemen leidet, denken die meisten Ärzte nicht unbedingt an eine Unverträglichkeit – und in der Praxis bleibt die Unverträglichkeit meist unerkannt.“ Der Chefarzt bezeichnet die Zöliakie aus diesem Grund als das „Chamäleon in der Medizin“.

Glutensensitivität – die fachärztliche Diagnose hilft!
Im weiteren Gespräch erläutert Professor Holtmeier seine Erfahrungen in der Behandlung von Patienten mit Glutensensitivität und zeigt auf, wie eine Ausschlussdiagnose und die damit verbundene Therapie in der Praxis im Idealfall aussehen kann. Dagmar Gaebler ist Patientin an der Berliner Charité, bei der Glutensensitivität festgestellt und eine Behandlung mit glutenfreien Lebensmitteln empfohlen wurde. Im Dialog lässt Gaebler die geladenen Gäste des Experten-Gesprächs an ihrem Alltag im Umgang mit Glutensensitivität teilhaben – von den ersten Beschwerden bis zum Gang zum Arzt und der Diagnose mit anschließender Therapie. Sie sagt: „Es war unglaublich, wie schnell sich meine Beschwerden besserten.“

So wie Dagmar Gaebler reagieren viele Patienten, ist eine Unverträglichkeit erst einmal festgestellt und eine Therapie mit Unterstützung einer Ernährungsberatung begonnen. Doch bevor der Gang zum Arzt erfolgt, ignoriert ein Großteil der Menschen, die unter einer glutenbedingten Unverträglichkeit leiden, lange Zeit die Beschwerden. Oftmals, so das Resümee von Professor Holtmeier, schenken sie Symptomen, die auf eine Glutenunverträglichkeit hinweisen können, nicht die nötige Aufmerksamkeit. Dabei haben Bauchschmerzen, Müdigkeit und Depression, wie sie sich bei Dagmar Gaebler geäußert haben, einen entscheidenden Grund und sollte ärztlich behandelt werden.

Weitere Informationen gibt es unter www.drschaer.com sowie unter www.drschaer-institute.com

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